Der
geheime Wald ist ein immer erreichbarer Fluchtpunkt im
Alltag, ein kreativer Platz im Kopf, ein Focus auf eine
virtuelle natürliche Umgebung, wo immer man gerade ist.
Der geheime Wald ist auch ein Zyklus elektronischer
Kunstlieder und morbider Popsongs von Capra. Seit Anfang
2006 ist er auch Trautonias erstes Kunstprojekt.
Der erste Spatenstich für den geheimen Wald geschah im
KuBaSta, bei der Planung des Strassenfestes im
Münzquartier, als Rolf Kellner, Mathias Lintl und Trautonia
Capra beschlossen, alternativ zum Institutskonzert auf der
Hauptbühne einen geeigneten Rahmen
für den Liederzyklus zu schaffen.
Das Projekt entwickelte schnell eine Eigendynamik, und
schon bald entstand im Keller ein mystischer Zauberwald mit
echten Bäumen, die sich mit Trautonias Fotos,
Klangelementen, Musik aus dem Institut und einem Tisch zum
Kreieren eigener geheimer Wälder zu einem ruhigen,
kreativen Gegenpol zu dem bunten, lauten Strassenfest
verband.
Als Mitternachtsperformance bildete der Liederzyklus den
Abschluss des Strassenfestes.
Aus dem Duo Capra ist mit dem Cellisten Wittwulf Malik ein
Trio geworden.
Der zweite geheime Wald wucherte für zwei Tage auf der
Landesgartenschau in Winsen/ Luhe.
Bei Tageslicht, in einem echten kleinen Waldstück, wo eine
Projektion von Bäumen weder möglich noch sinnvoll war, lag
hier das Schwergewicht auf den kreativen Möglichkeiten der
Besucher. Aus den Bäumen hingen Gongs, Tibetische Glocken,
Kalimbas und dergleichen, was vor Allem von den Kindern,
aber auch von vielen Erwachsenen begeistert angenommen
wurde. Von Ruhe konnte hier keine Rede mehr sein, man hörte
den nun gar nicht mehr so geheimen Wald über die ganze
Gartenschau.
Auch aus der „Kreativen Ebene“ gingen wieder
viele grosse und kleine Kunstwerke hervor.
Die Performances von Capra fanden vor dem Chinesischen
Pavillon im Heilkräutergarten statt. Seltsame Klänge in
schöner Umgebung.
Nun ist der dritte geheime Wald in Planung. In der
Pflanzenkapelle Wilhelmsburg verbinden sich die Aspekte von
drinnen und draussen, aus den ersten beiden Wäldern.
In der Kapelle erwartet den Besucher ein virtueller Wald
unter Tage, mit Bäumen, sich überschneidenden Projektionen,
der ätherischen Musik von Capra und einer Elfenbar, die
geheimnisvolle Getränke ausschenkt.
Im Park um die Kapelle gibt es einen Lauschwald zu
entdecken, der mit zahlreichen Klangelementen zum hören,
klingen und sensiblen experimentieren einlädt.
Vielleicht hat sogar der eine oder andere Baum etwas
geheimes zu erzählen.
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